Bis hierhin war mein beruflicher Weg ziemlich klassisch:
Abitur, Pädagogikstudium und der Einstieg in den Lehrerberuf.
Nach meinem Bachelorabschluss arbeitete ich bereits als Lehrerin und absolvierte
anschließend mein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Personal- und Berufsberatung.
2013 bin ich nach Deutschland gekommen – mit Studium, Berufserfahrung und vielen
Kompetenzen im Gepäck, aber zunächst ohne die Sprache, um all das wirklich zeigen zu können.
Heute ist genau diese Erfahrung für meine Arbeit unglaublich wertvoll. Denn ich weiß,
wie es sich anfühlt,
viel mitzubringen – und trotzdem zunächst nicht alles zeigen zu können.
Diese Perspektive prägt meinen Blick auf Lernen und berufliche Entwicklung bis heute.
Gerade bei internationalen Auszubildenden schaue ich deshalb nicht nur darauf, was
sprachlich vielleicht noch nicht gelingt, sondern auch darauf,
welche Fähigkeiten, Erfahrungen und welches Potenzial bereits vorhanden sind.
Und dann kam die Pflege. Eher ungeplant.
Dass ich einmal examinierte Altenpflegerin werden würde, stand definitiv nicht in meinem
ursprünglichen Karriereplan. Ich begann zunächst als Pflegehilfskraft – eher spontan.
Und stellte ziemlich schnell fest, dass Pflege und Pädagogik für mich gar nicht so weit
auseinanderliegen.
In beiden Berufen geht es um Menschen, Beziehungen, Kommunikation, Ressourcen und Entwicklung.
Und um etwas, das sich weder bestellen noch in den Materialschrank legen lässt:
Empathie.
Also absolvierte ich die dreijährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin,
sammelte Berufserfahrung und entwickelte mich in der Pflege weiter.
Irgendwann schlossen sich für mich die Kreise.
Nach einigen Jahren wurde mir immer klarer:
Warum sollte ich mich eigentlich zwischen Pädagogik und Pflege
entscheiden? Ich hatte schließlich beides.
Also begann ich als Dozentin an einer Pflegeschule zu arbeiten –
und genau dort fanden meine beiden beruflichen Welten zusammen.
Heute begleite ich Auszubildende, darunter viele internationale
Schülerinnen und Schüler, die nicht einfach nur eine Pflegeausbildung
beginnen. Viele beginnen gleichzeitig ein neues Leben.
Neue Sprache. Neue Kultur. Neues Bildungssystem.
Neuer Arbeitsplatz. Neue Erwartungen.
Ganz schön viel auf einmal.
Und trotzdem erlebe ich täglich, welches enorme Potenzial
diese jungen Menschen mitbringen.
Manchmal ist dieses Potenzial allerdings gut versteckt –
hinter einem fehlenden Fachbegriff, einem missverstandenen
Arbeitsauftrag, Unsicherheit oder unterschiedlichen Vorstellungen davon,
wie Lernen und Kommunikation funktionieren.
Die entscheidende Frage lautet nicht immer:
„Warum kann der Auszubildende das nicht?“
Sondern manchmal:
„Was hindert ihn gerade daran, zu zeigen, was er kann?“
Daraus entstand meine Idee.
Ich möchte meine Erfahrungen aus Pädagogik, Pflegepraxis,
Unterricht und meiner eigenen Migrationsgeschichte weitergeben.
Nicht als theoretisches Konzept, das nach der Fortbildung
im Ordner verschwindet.
Sondern so, dass Praxisanleitende am nächsten Arbeitstag
etwas damit anfangen können.
Denn für mich bedeutet gute Praxisanleitung nicht,
alle Auszubildenden gleich zu behandeln.
Sondern jedem die Chance zu geben, gut zu lernen.
Und wenn ich gerade nicht unterrichte, begleite
oder neue Ideen entwickle?
Dann bin ich vor allem Mama von zwei wunderbaren Teenagerinnen.
Zum Ausgleich mache ich gerne Fitness, bin regelmäßig
in der Tanzschule anzutreffen und liebe Spaziergänge im Wald.